November 27

Schweizer Fussball in der Krise

Das Jahr 2020 wird auch für den Schweizer Fussball als ein schwarzes in die Geschichte eingehen. Falls überhaupt Zuschauer zu den Spielen zugelassen wurden, so mussten diese Masken tragen und Abstand halten, was auf die Stimmung im Stadtion schlug und die Besucherzahlen drastisch reduzierte. Ausserdem gelten für die Fussball Spiele der Super League harte Regelungen. Zahlreiche Partien mussten schon aufgrund von Infektionen abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Das liegt vor allem daran, dass in der Schweiz bei auftretenden Coronafällen in der Mannschaft oder im direkten Umfeld, das gesamte Team in Quarantäne gehen muss. So kann dieser Verein dann nicht zum Spieltag antreten und die Begegnungen werden dementsprechend verschoben. Das ist in der Schweiz im Vergleich zu anderen europäischen Ligen strikter geregelt. Die Saison in der Raiffeisen Super League soll aber auf jeden Fall fortgeführt und beendet werden. Die ausgefallenen Partien will der Verband schnellst möglichst nachholen. Trotzdem fordert die Liga, dass die Quarantäne-Beschränkungen gelockert werden, sodass es bei einzelnen Fällen nicht zu einen Gesamtausschluss des betroffenen Clubs kommt. Dies gilt auch für den Spielbetrieb in der Challenge League, der zweithöchsten Spielklasse im Schweizer Fussball. Für die erste Frauen-Liga, die Women’s Super League, gelten die Beeinträchtigungen genauso.

Schweizer Fussball in der Krise

Geisterspiele treffen Vereine schwer

Laut Bundesratsbeschluss waren lange Zeit nur 50 Zuschauer für Sportveranstaltungen zugelassen. So kam es in den Profi-Ligen zu Geisterspielen. Das trifft die Vereine auf der einen Seite schwer. Denn keine Zuschauer bedeutet gleichzeitig keine Einnahmen. Allerdings entfallen aufgrund der Situation die Aufwendungen für die Sicherheitskosten massiv. So muss beispielsweise der FC Zürich für jedes Heimspiel mit Zuschauern rund 100.000 Franken aufbringen. Derzeit liegen diese Kosten laut Auskunft des Vereins bei nur mehr 20 Prozent.

Schweizer Fussball in der Krise
Leere Stadien in der ganzen Schweiz

Trotzdem trifft der Wegfall der Zuschauereinnahmen die allermeisten Vereine schwer. “Die Massnahmen sind einschneidend, die Schweizer Profiklubs befinden sich in einer ganz schwierigen Lage”, äusserte sich jüngst Claudius Schäfer. Der CEO der Swiss Football League betonte zudem, dass die Situation sehr angespannt ist und die zinslosen Darlehen, auf die sich die Politik und der Fussballverband im September geeinigt haben, schon jetzt fliessen müssen. Zudem muss genau beobachtet und analysiert werden, wie sich die Situation in nächster Zeit entwickelt. Gegebenenfalls müssen dann weitere Hilfspakete für die Vereine geschnürt werden. So sollen aber bald weitere Gelder von der Politik freigegeben werden. Laut Medienberichten will der Bundesrat nicht rückzahlbare Beiträge in Höhe von bis zu 115 Millionen Franken den Fussball- und Eishockeyklubs für die entgangenen Ticketeinnahmen zahlen.

Sehr gute Hygienekonzepte

Alle Vereine haben auch hohe Kosten und viel Zeit in die jeweiligen Hygienekonzepte gesteckt. Als vor kurzer Zeit noch Spiele mit eingeschränktem Zuschauerkontingent zugelassen waren, gingen diese Konzepte auf. “Nach nur wenigen Fussballspielen mit der höheren Zuschauerkapazität, bei denen keine einzige nachweisbare Covid-19-Ansteckung stattfand, sind die Klubs bereits wieder mit massiven Einschränkungen konfrontiert”, so Claudius Schäfer in einer Stellungnahme. So findet für die Schweizer Fussball-Fans die erste und zweite Liga weitestgehend im Fernsehen statt. Allerdings bieten die Vereine Live-Ticker im Internet an, um ihre Anhänger auch in dieser schweren Zeit weiter an sich zu binden und um weiter im Gespräch zu bleiben. Sollten wieder Lockerungen erfolgen, können die Clubs allerdings auf sehr gut ausgearbeitete und in der Praxis bewährte Hygienekonzepte zurückgreifen.

Weitere Infos zum Thema: NZZ Artikel zum Thema “Krisengelder für Fussballclubs

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